Indonesische Regierung betrachtet europäische Bürokratie kritisch
Diese Woche bot sich unserem Abteilungsleiter für Außenwirtschaft, Alexander Hoeckle, die Gelegenheit mit dem Stellvertretenden Botschafter Indonesiens Fajar Wirawan Harijo, Botschaftsrat Andri Prasetyo Nugroho und Handelsattaché Febi Adrian ins Gespräch zu kommen. Der Austausch fand in der neuen indonesischen Botschaft in Berlin-Tiergarten statt. Die Ansichten der indonesischen Regierung und des BGA weisen viele Schnittstellen auf. Unter anderem erkennen beide die Wichtigkeit eines Freihandelsabkommens zwischen der EU und Indonesien an. Der Stellvertretende Botschafter betonte, dass die Verhandlungen dazu schon sehr lange laufen und in der Vergangenheit öfter unnötig in die Länge gezogen wurden. Nicht zuletzt sei dies darauf zurückzuführen, dass die EU wiederholt auf Zusatzanforderungen beharrte, welche nicht Teil des ursprünglichen Abkommens waren. Dies führte zu einem Vertrauensverlust seitens Indonesiens und einer Entschleunigung des Verhandlungsprozesses. Kritisch betrachtet die indonesische Regierung zudem die europäische Bürokratie. „Regulierungen sollten dazu da sein, um Prozesse zu vereinfachen und nicht, sie komplizierter zu machen“, so der Stellvertretende Botschafter. Dem konnte Hoeckle nur beipflichten. Die Verhandlungen seien nun jedoch auf einem guten Weg und man hoffe auf einen baldigen Abschluss, welcher im Licht der aktuellen Entwicklungen stetig an Relevanz zunimmt. Die Rahmenbedingungen des Handelskrieges mit den USA haben dazu beigetragen, dass den Verhandlungen wieder intensiver Aufmerksamkeit geschenkt wird. Indonesien hofft auf baldige und engere Wirtschaftsbeziehungen mit Deutschland und der EU und bekräftigt, was der BGA selbst auch fordert: „Wir können es nicht alleine schaffen, wir brauchen mehr Partner“. Und in Bezug auf die USA: „Wir müssen zusammenhalten und lernen auf eigenen Beinen zu stehen“. Der BGA wird die Bestrebungen Indonesiens nach Kräften unterstützen. Der Dialog wird fortgesetzt.


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